Jahrestreffen des Fachausschusses Hochschule der Deutschen Gesellschaft Sonnenenergie (DGS) – 30 Lehrende treffen sich an der HTWK Leipzig (19./20. Februar)
In Vorträgen, Workshops und informellen Diskussionen tauschen sich die Teilnehmenden über die akademische Lehre und das Arbeitsumfeld Hochschule aus. Insbesondere stehen Anregungen und Informationen zu Regenerativen Energien im Fokus. Gastgeber Prof. Jens Schneider erklärt, worum es bei dem Treffen geht.
Mit welchem Ziel treffen sich die Hochschullehrenden der DGS alljährlich?
Seit 20 Jahren treffen sich Hochschullehrende aus dem Bereich der erneuerbaren Energien an wechselnden Standorten unter dem Schirm der deutschen Gesellschaft für Solarenergie (DGS) zu einem gemeinsamen Austausch über die Lehre. 2026 kommt der Fachausschuss Hochschule (FAHS) der DGS erstmalig nach Leipzig an die HTWK. Wir freuen uns darauf, die Kolleginnen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum willkommen heißen zu dürfen.
Ich selbst habe in den letzten beiden Jahren bei den Treffen an der TH Köln und der Uni Kassel teilgenommen. Der Austausch mit Hochschullehrenden aus thematisch verwandten Lehrgebieten ist sehr bereichernd, da die Herausforderungen und Themen sehr ähnlich sind und nah beieinander liegen. Dieser Austausch ermöglicht es, Vorlesungsinhalte und didaktische Ideen zu vergleichen und neue Lehrkonzepte kennenzulernen. Die eigene Arbeit in den Kontext mit Arbeiten anderer Kolleginnen und Kollegen zu stellen, verbessert das Bewusstsein für eigene Stärken und Entwicklungspotentiale.
In diesem Jahr widmet sich ein Workshop dem Thema Klimakommunikation. Worum wird es genau gehen?
Jedes Jahr gibt sich der Fachausschuss Schwerpunktthemen für den Austausch. Dieses Jahr ist die Wahl auf Klimakommunikation sowie KI in der Lehre gefallen.
Klimakommunikation hat einen großen Stellenwert für alle Lehrenden im Bereich der Energiewende. Die Menschheit reißt gerade das auf der Pariser Weltklimakonferenz 2015 selbstgesteckte 1,5°C-Ziel – und die jungen Menschen wissen das. Aber wie gehen wir damit um? Welche Rolle spielt Hoffnung? Muss diese für den eigenen Antrieb durch positive Narrative erhalten werden oder ist trügerische Hoffnung ohnehin nur ein Abwälzen der Verantwortung auf andere Akteure, die hoffentlich eine Lösung für uns finden werden? Als Ingenieurinnen und Ingenieure haben wir bereits eine Antwort gegeben: Wir wollen selbst einen Teil beitragen, um die Hoffnung zu erhalten. Trotzdem bleibt die Frage, wie kommunizieren wir dies richtig.
Der zweite Workshop befasst sich mit „KI in der Lehre“.
Das Thema KI ist derzeit in aller Munde und strahlt auf alle Bereiche des Lebens und Arbeitens aus. Daher ist das Thema KI in der Lehre – zwei Jahre, nachdem es beim FAHS Treffen in Köln schon Thema war – schon wieder auf der Agenda. Der richtige Einsatz von KI macht uns wirksamer und effizienter. Lehrende und Lernende müssen diesen Einsatz gemeinsam erlernen, weil sich die Möglichkeiten so rasant entwickeln und noch keine langjährige Erfahrung besteht. Dabei hält KI gleichzeitig auf vielen Ebenen Einzug in die Lehre. Die Inhalte, die vermittelt werden müssen, ändern sich in der modernen Arbeitswelt – Stichwort Prompting. Zugang und Auswertung öffentlicher Datenquellen wird deutlich vereinfacht, weil kaum noch Vorkenntnisse erforderlich sind. Trotzdem müssen die Inhalte verstanden und bei Bedarf korrigiert werden.
Darüber hinaus bietet KI für Lehrende und Lernende – möglicherweise trügerische – Potenziale zur Arbeitserleichterung bei der Erstellung von Foliensätzen und Abschlussarbeiten. Diskussionen mit der KI verändern Lernprozesse, da man jederzeit konkret die Inhalte hinterfragen kann, die noch nicht verstanden sind. Auch ist der Zugang zu weiterführenden, vertiefenden Inhalten an einzelnen Stellen nach persönlicher Interessenlage möglich. Damit eröffnen sich neue Gelegenheiten, die in moderne Lehre berücksichtigt werden müssen. Das wissenschaftliche Arbeiten gewinnt durch neue Literaturrecherchemöglichkeiten Potenzial zu nie dagewesenen, umfänglichen Analysen bereits vorhandener, wissenschaftlicher Erkenntnisse und daraus resultierend die Chance zur zielgerichteteren Arbeit an neuen Inhalten. Die Auswertung von Daten wird erheblich erleichtert und umfangreicher. Somit strahlt KI auf viele Ebenen aus und wir suchen den gemeinsamen Austausch über Erfahrungswerte.
Vielen Dank für das Gespräch.
