Im Rahmen der Graduierungsfeier wurden am 11. April 2026 die besten Abschlussarbeiten der Fakultät Ingenieurwissenschaften ausgezeichnet.
Graduierungsfeier der Fakultät Ingenieurwissenschaften
Jedes Frühjahr würdigt die Fakultät Ingenieurwissenschaften den Abschluss des Hochschulstudiums ihrer Absolventinnen und Absolventen eines Jahrgangs mit einer Graduierungsfeier. Seit 2023 findet die feierliche Zeremonie, angelehnt an die Traditionen der Graduation im englisch-sprachigen Raum, mit langem Talar, farbiger Schärpe, einem feierlichen Einzug sowie professioneller musikalischer Begleitung durch die Bulsara Strings im Werk 2 Leipzig statt.
In diesem Jahr wurden über 70 Absolventinnen und Absolventen der drei Studiengänge Maschinenbau, Elekrotechnik und Informationstechnik sowie Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik verabschiedet. Zusammen mit den Familien und Angehörigen sowie Professoren der Fakultät, dem Dekan der Fakultät, dem Rektor der HTWK Leipzig und Ehrengästen ließen über 350 Personen den Vormittag bei einem Sektempfang ausklingen.
Dekan Prof. Stephan Schönfelder: „Als Dekan erfüllt es mich jedes Jahr aufs Neue mit Stolz, zu sehen, wie viele engagierte, kluge und kreative junge Frauen und Männer ihre ingenieurwissenschaftliche Ausbildung bei uns mit Bravour abschließen. Herzlichen Glückwunsch an alle Absolventinnen und Absolventen – dieser Erfolg ist Ihr Verdienst!“
Auszeichnung von Abschlussarbeiten
Im Rahmen dieser feierlichen Zeremonie werden auch die besten Bachelor- und Masterarbeiten sowie hochschulisches und soziales Engagement mit Förderpreisen ausgezeichnet.
Am 11. April 2026 erhielten insgesamt 12 Absolventinnen und Absolventen, darunter ein Start-Up, den KARL-KOLLE-Preis und eine Master-Absolventin den Leipziger Energiepreis.
Die Förderpreise der KARL-KOLLE-Stiftung in Höhe von je 1.000 Euro für Bachelor- und Masterarbeiten sowie eines Start-Up-Preises in Höhe von 4.000 Euro überreichte Kuratoriumsvorsitzender Prof. Winfried Pinninghoff. Für Prof. Pinninghoff war die Preisverleihung am 11. April 2026 auch gleichzeitig ein Abschied. Nach 20 Jahren wurden die Karl-Kolle-Preise ein letztes Mal an der Fakultät verliehen.
Den Leipziger Energiepreis, ebenfalls mit 1.000 Euro dotiert, für die beste technisch-wissenschaftliche Masterarbeit überreichte M.Eng. Jan Schubert, Teamleiter Wärme, Asset Management der Netz Leipzig GmbH an Absolventin M.Eng. Pauline Werner.
Alle Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick
KARL-KOLLE-Preis für Bachelorabschlussarbeit
- B.Eng. Livia Melina Doß | „Modellierung eines multifunktionalen 3D-gedruckten Verbundwerkstoffs für Energiespeicherung“, Studiengang Maschinenbau, Betreuer Prof. Robert Böhm
- B.Eng. Jannick Schneider | „Charakterisierung und Vorhersage von Resteigenschaften ausgedienter Rotorblattstrukturkomponenten“, Studiengang Maschinenbau, Betreuer Prof. Robert Böhm
- B.Eng. Sandy Schubert | „Entwicklung und Erprobung eines Faserverbund-Pouchbagsystems für Strukturbatterien“, Studiengang Maschinenbau, Betreuer Prof. Robert Böhm
- B.Eng. Michelle Schulz | „Methode zur Störunterdrückung bei der Messung von Korotkoff-Tönen“, Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik, Betreuer Prof. Matthias Laukner
KARL-KOLLE-Preis für Masterabschlussarbeit
- M.Eng. Daniel Breinl | „Entwicklung eines extrusionsbasierten thermoplastischen Pultrusionsprozesses mit GF und PP“, Studiengang Maschinenbau, Betreuer Prof. Robert Böhm
- M.Eng. Jonas Alexander Cremer | „Numerische Berechnung von Ventil-Kennwerten für eine transiente 1D-Simulation der Auslassventile eines Hubkolbenverdichters“, Studiengang Maschinenbau, Betreuer Prof. Uwe Bäsel
- M.Eng. Tobias Metzger | „Optimierung von Wärmespeichergrößen zur Lastverschiebung stromführender Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen auf Basis von Börsenstrompreisprognosen“, Studiengang Maschinenbau, Betreuer Prof. Martin Gürtler, Prof. Robert Huhn
- M.Eng. Florian Schramm | „Untersuchung der Adsorption von anthropogenen Spurenstoffen an aktivierten Hydrokohlen aus Klärschlamm und anderen Biomassesubstraten“, Studiengang Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik, Betreuer Prof. Ingo Hartmann
- M.Eng. Jonas Waselau | „Validierung zum Ritz-Vektor-basierten Virtual Sensing bei Offshore-Windenergieanlagen-Tragstrukturen“, Studiengang Maschinenbau, Betreuer Prof. Guido Reuther
- M.Sc. Julian Thomas Ziegler | „Towards robust and accurate camera calibration for automated 2D tactical view generation from live football broadcasts“, Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik, Betreuer Prof. Mirco Fuchs
KARL-KOLLE-Preis für die Gründung eines Start-Up Unternehmens
- M.Eng. Malte Koesling und M.Eng. Jonas Knoll für Start-Up „HydroHacke“
- Masterarbeit M.Eng. Malte Koesling: „Entwicklung eines robotischen Systems zur automatischen Unkrautbekämpfung unter Einsatz eines visuell gesteuerten Hochdruckwasserstrahls“, Studiengang Maschinenbau, Betreuer Prof. Detlef Riemer
- Masterarbeit M.Eng. Jonas Knoll: „Entwicklung eines autonomen Demonstrators zur Präzisionsunkrautvernichtung mittels Maschine-Learning-basierter Ansteuerung eines Hochdruck-Wasserstrahlsystems“, Studiengang Maschinenbau, Betreuer Prof. Detlef Riemer
Ziel ist es, ein herbizidfreies Unkrautbekämpfungsgerät für den Gemüsebau zu entwickeln. Finanziell unterstützt werden sie dabei durch ein EXIST-Gründungsstipendium.
Leipziger Energiepreis
- M.Eng. Pauline Werner | Masterarbeit „Entwicklung einer Methodik zur optimierten Positionierung von Erdwärmesonden“, Studiengang Maschinenbau, Betreuerin Prof. Anke Bucher
Pauline Werner erstellte ihre Masterarbeit im Rahmen des Forschungsprojekts „EASyQuart Plus – energieeffiziente Auslegung und Planung dezentraler Versorgungsnetze zum Heizen und Kühlen von Stadtquartieren“. Im Fokus standen die Modellierung von Erdwärmesonden Systemen sowie deren Optimierung durch eine gezielte räumliche Anordnung, insbesondere bei begrenzter Flächenverfügbarkeit. Ziel war die Entwicklung einer automatisierten Optimierungsmethodik, mit der thermische Wechselwirkungen zwischen Erdwärmesonden systematisch berücksichtigt und effiziente Sonden-Anordnungen identifiziert werden können.
Jan Schubert, Netz Leipzig GmbH: „Frau Werner hat in ihrer Arbeit zum Transformationspfad der urbanen Energiewende ein wissenschaftlich anspruchsvolles und zugleich hochgradig praxisrelevantes Thema bearbeitet. Sie zeigt darin überzeugend auf, welcher technisch effizienteste und wirtschaftlich tragfähigste Weg geeignet ist, um erneuerbare Energien auf lokaler Ebene systematisch nutzbar zu machen. Die Arbeit ist insgesamt als sehr hochwertig einzustufen und zeichnet sich durch eine klare wissenschaftliche Argumentation sowie eine sorgfältige methodische Umsetzung aus.“
Die Fakultät Ingenieurwissenschaften gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern und wünscht Ihnen viel Erfolg für ihre weitere berufliche Zukunft.




Informationen | Die Förderpreise
Der KARL-KOLLE-Preis der KARL-KOLLE-Stiftung
Die Stiftung wurde 1998 vom Dortmunder Unternehmer Karl Kolle gegründet. Die Grundlage des Stiftungsvermögens bildete die Firma KODA Stanz- und Biegetechnik GmbH – ein Zulieferer der Automobilindustrie. Zu den wichtigsten Förderschwerpunkten gehören neben der Bildung die Bereiche „Wissenschaft und Forschung“. In dieser Kombination vergibt die Stiftung Stipendien für besonders hervorragende Studierende und lobt Preise für ausgezeichnete, wissenschaftliche Arbeiten aus.
Von 2006 bis 2026 unterstützte die KARL-KOLLE-Stiftung Studierende der HTWK Leipzig bei Studienaufenthalten im Ausland und zeichnete Studierende für hervorragende technisch-wissenschaftliche Abschlussarbeiten aus. Über die Vergabe von Zuschüssen entscheiden der Vorstand und das Kuratorium der KARL-KOLLE-Stiftung gemeinsam. Das Kuratorium umfasst Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und sozialen Tätigkeitsfeldern.
Der Leipziger Energiepreis der Netz Leipzig GmbH
Mit dem Leipziger Energiepreis zeichnet die Netz Leipzig GmbH seit 2017 Studierende der Fakultät Ingenieurwissenschaften der HTWK Leipzig für hervorragende technisch-wissenschaftliche Abschlussarbeiten aus. Diese stehen dabei im Zeichen der Energiewelt von Morgen und greifen aktuelle Entwicklungen von Technologien oder Energienetzstrukturen auf. Dabei ist unter anderem der Kontext der Implementierungsfähigkeit sowie die Einordnung ökonomischer Grundsätze und ökologischer Folgewirkungen ein Kriterium zur Auszeichnung. Die Entscheidung darüber wird im Bereich Asset Management in Abstimmung mit der Geschäftsführung der Netz Leipzig getroffen.